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Ich finde, dass die Unfähigkeit des duchschnittlichen Menschen, über seine eigene voraussichtliche Lebenszeit hinaus zu denken, ein ganz erstaunliches Phänomen ist. Denn schließlich zeugt Homo sapiens Nachkommen, zu denen er einen emotionalen Bezug hat (anders als der Kuckuck, die meisten Insekten, Spinnen u.s.w.). Das befähigt uns, unseren Kindern und Kindeskindern alles bestmögliche zu wünschen, während wir zeitgleich deren sicheren Tod programmieren.
Neben dem Raubbau an der Natur, wodurch wir den künftigen Generationen jegliche Lebensgrundlage entziehen, ist natürlich auch die Atomenergie ein schlagendes Beispiel. Ein sicheres sogenanntes "Endlager" gibt es auf Planet Erde einfach nicht. Die sichere Einlagerung in Gesteinsschichten, die angeblich erdbebensicher sind, ist völliger Humbug, solange es tektonische Energien gibt. Die Schwäbische Alb, die Alpen, große Teile der Rocky Mountains und des Himmalajas waren mal "erdbebensichere" Meeresböden, jetzt ragen sie weit in dünnere Luftschichten. Auch das "erdbebensichere" norddeutsche Tiefland wird sich unweigerlich dem Druck der afrikanischen Kontinentalplatte beugen und aufgefaltet werden, wie es die Alpen und Mittelgebirge bereits getan haben. Diese von der Atomlobby beschriebene Sicherheit gilt also nur, solange man von der Tapete bis zur Wand denkt. Dieses hirnlose menschliche Verhalten ließe sich abseits der Atompolitik auf Tausende von Beispiele ausweiten, hier zeigt es sich jedoch besonders drastisch. Da sich diese Schwäche so offenkundlich darlegt, kann es doch nicht so schwierig sein, in der Weltbevölkerung Zustimmung für Instrumente zu finden, die das uns angeborene selbstzerstörerische Verhalten unterbinden oder zumindest weitgehend einschränken. Gewalt ist auch eine weit verbreitete menschliche Schwäche, die bei ungehindertem Ausleben zu Problemen beim Zusammenleben führen würde. Gesetze unterbinden sie aber weitgehend, so dass sie auf ein erträgliches Niveau reduziert wird. Das Unterbinden selbstzerstörerischen Wirtschaftens wiese nur den feinen Unterschied zu herkömmlichen Gesetzgebungen auf, dass erstmalig nicht die aktuell lebenden Menschen geschütz würden, sondern eine künftige Generation. Aber das kann doch auch nicht soooo schwierig sein.
Ich fordere deshalb:

Gesetzlich verankertes bedingungslos nachhaltiges Wirtschaften!

Das heißt, dass jegliches Wirtschaften zu unterlassen ist, wenn nach heutigem Stand der Kenntnis nicht zu 100% ausgeschlossen werden, kann, dass es zum Nachteil künftiger Generationen ist. Sobald eine Technologie entwickelt wird, die das verhindert, kann die entsprechende Wirtschaft aufgenommen werden.

In Bezug auf Atomenergie hieße das, dass sie umgehend eingestellt werden müsste.
Ich halte diese Forderung für ausnahmslos schlüssig und kann mir nicht vorstellen, wie sinnvoll dagegen argumentiert werden könnte.
echo (2011) Rubrica Privacidade de Dados