Längere Laufzeiten sichern nur die Gewinne der Betreiber und Aktionäre
und verzögern einen raschen Ausbau der dezentralen Erneuerbaren
Energien. Da die Atommeiler zu unflexibel sind, um das fluktuierende
Stromangebot der Erneuerbaren Energien nachfahren zu können, wird immer
öfter regenerativ erzeugter Strom durch die großen Energieversorger vom
Netz getrennt. Dies geschieht, obwohl das Erneuerbare Energien Gesetz
den Vorrang für regenerativ erzeugten Strom festgeschrieben hat. Für die
Kohle- und Atomkraftwerk-Betreiber rechnet es sich mehr,
Ausgleichszahlungen für den nicht eingespeisten Strom aus erneuerbaren
Quellen zu bezahlen anstatt ihre schwerfälligen Anlagen herunter- und
wieder hochzufahren. Atom- und Kohlestrom verstopfen die Netze.
Außerdem
behindern längere Laufzeiten für AKWs Investitionen in Erneuerbare
Energien und damit in Klimaschutz. Sie zementieren die Monopole der vier
großen Stromkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW und verhindern
einen fairen Wettbewerb auf dem Strommarkt. Sie verursachen noch mehr
Atommüll und ein höheres atomares Risiko durch den Betrieb der
alternden, zunehmend maroden Meiler.
Neun von 16 Bundesländern
lehnen eine Verlängerung der Laufzeiten ab. Der Verband kommunaler
Unternehmen (VKU) hat sich ebenfalls dagegen ausgesprochen. Die Mehrheit
der Bevölkerung will den Atomausstieg.